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Börse als Spiel

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Sie glauben also, Börse ist ein Spiel? Sie liegen richtig! Börse ist spannend, unberechenbar, das Tor zu Profit und Abgrund für Verluste, Tummelbecken der Haie und der kleinen Fische. Börse ist manchmal kindisch – aber nie ein Kinderspiel. Wollen Sie mitspielen?

Versuchen Sie doch mal das Börsenspiel von Termintrader. Unter www.tradinggame.de läuft derzeit die zweite Spielrunde des Jahres 2009. Spielzeug diesmal: das Währungspaar EUR/USD. Spielpartner: Forexone. Das heißt: Handel von 8 bis 22 Uhr zu Echtzeitkursen mit einem Spread von 1,7 Pips und mit einem Hebel von bis zu 100. Spielgegner: rund 300 andere Mitspieler, die es auf die Preise abgesehen haben.

Detreda ist auch dabei. Mit dem Ziel und dem Anspruch, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. Und dies mit unterschiedlichen Strategien. Woche 1 und Woche 2 mit Ergebnissen, die einem die Haare zu berge stehen lassen: Jeweils unter den last five zu sein, das deutet auf große Fehler im System hin. Fehler, die jeder Anfänger macht und die im Spiel zum Glück ohne ernüchternde Auswirkungen auf das eigene Bankguthaben bleiben.

Wie also schafft man es, in möglichst kurzer Zeit so viel Geld zu verbrennen, obwohl doch genau das Gegenteil geplant ist?

Woche 1: Man nimmt einen möglichst großen Hebel – also die höchstmögliche Anzahl an Lots (das Tradinggame spielt mit CFD), eröffnet eine Position und schaut, was passiert. Ergebnis: Rasend schnell verringert sich das eigene Tradingguthaben. Der so genannte Margincall – also das Schließen der offenen Position durch den Broker, weil das vorhandene Kapital kleiner wird als die erforderliche Menge Geld für die gehandelte Position – kommt im Minuten-, manchmal im Sekundentakt.

Woche 2: Auch in dieser Woche wird ohne vorgegebene Stop- und Zielmarken gehandelt. Das heißt: Eine Position wird eröffnet, allerdings ohne gleichzeitig dem System zu sagen, an welchem Punkt die Position im Minus beziehungsweise im Plus geschlossen werden soll. Unterschied zu Woche 1: Der Hebel wird mit 50 bis 70 deutlich kleiner gewählt. Ergebnis: nicht anders als in Woche 1 mit maximalem Hebel. Lockruf des Margincalls, Vernichtung des Kapitals!

CFD-Trading mit Ausnutzung des vollen Hebels ist letztendlich nichts anderes als russisches Roulette mit vollem Magazin. Die Garantie zum KO. Nur wenige Spiele bieten diese Möglichkeit, von vornherein eine Strategie zu entwickeln, die dazu führt, garantiert zu verlieren.

Möchten Sie es auch einmal probieren? Nur zu, es ist ganz einfach! Vom Millionär zum Tellerwäscher in fünf Tagen. Zu langweilig, weil vorhersehbar? Genau! Tasten wir uns also heran an die viel attraktivere Aussicht, die Börse bietet: Gewinne machen.

Woche 3: Detreda steht bereit. Lassen Sie sich überraschen!

Geschrieben von detreda

Juli 18, 2009 um 2:27 pm

Sind Sie gut informiert?

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Mein Getränkehändler um die Ecke handelt ganz offensichtlich mit Aktien. Jedes Mal, wenn ich seinen Laden betrete, läuft auf dem 32-Zoll LCD, das an der Wand gegenüber dem Verkaufstresen hängt, der gleiche Sender, der dem gehört, der sich als Bürgermeister des Big Apple seinen Traum von Macht erfüllt hat. Unten laufen die Kurse doppelstöckig, rechts ebenso. Rot unterlegt sind die “Breaking News”, und permanent erfahren die Zuschauer Wichtiges von den Finanzmärkten. Eine prima Sache, oder?

Nun: Was erfahren wir dort eigentlich? Wir sehen Fondsmanager im Interview, die vor allem ihre Produkte verkaufen wollen. Wir hören Analysten von verschiedenen Finanzinstituen, die vor allem einem verbunden sind: ihrem Arbeitgeber. Und natürlich hören wir halbstündlich die Marktberichte von den Börsen wie DAX und Dow.

Bleiben wir einmal bei den Marktberichten vom Parkett. Es sind: genau! Berichte. Oder besser: lediglich Berichte. Manchmal auch nur ungewollt komische Einlagen völlig hilfloser Chronisten, die nicht genau wissen, was sie gerade berichten sollen. Meist werden anonyme Parketthändler zitiert, um vergangene Marktbewegungen zu erklären. Warum? Der Zuschauer soll schließlich gut informiert sein.

Aber: Was nützt es Ihnen als Daytader zu wissen, warum der Markt vor fünf Minuten abgeschmiert ist? Nichts! Was nützt Ihnen der Marktbericht des Marktschreiers zum Handelsschluss, wenn es Sie um 20 Uhr eiskalt erwischt hat? Nichts.

Ich behaupte: Gute Informationen sehen anders aus. Und damit meine ich nicht den selbsternannten Börsenguru ABC, der in irgendeinem Forum unter dem Nick XYZ die heißesten Tipps ud Tendenzen des Tages veröfentlicht. Auch nicht die Spam-Mails, die Ihnen irgendwelche OTC-Stocks als 1000-Prozenter des Monats verkaufen wollen. Und erst recht nicht den Produktverkäufer Ihrer Bank, der noch ein bisschen seine Provision aufbessern muss.

Alles, was Sie benötigen, ist eine gute Information über das, was Sie an diesem Tag erwarten wird. Nämlich genau über die Zeitpunkte, an denen Sie NICHT im Markt sein sollten, weil irgendwelche Zahlen bekannt gegeben werden. Dass es an den verschiedenen Märkten Reaktionen auf Zahlen – welcher Herkunft auch immer – geben wird, ist so gut wie sicher. Wie die Reaktionen ausfallen werden, weiß allerdings niemand.

Später werden die Berichterstatter der einschlägigen Börsensender natürlich eine Begründung dafür finden, warum die Märkte positiv oder negativ reagiert haben. Ihnen als Trader hilft dies allerdings nicht weiter. Einzig und allein hilft: Zum Tagesbeginn die wichtigen Veröffentlichungsdaten des Tages herausfinden, diese auf einer Liste vermerken (oder in Outlook verewigen oder fünf Wecker stellen) und zu diesen Terminen einfach nicht im Markt sein – außer natürlich, Sie wollen eine Runde hopp oder top spielen. Aber wollen Sie zocken oder kontinuierlich Geld verdienen? Ihre Entscheidung.

Wenn Sie gut informiert sein wollen, hilft Ihnen beispielsweise diese Seite weiter: http://www.markt-daten.de. Ansonsten: Kiste ausmachen, Nerven schonen, Strom sparen, effektiver traden.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen

Geschrieben von detreda

März 3, 2009 um 11:40 pm

Veröffentlicht in Tutorial-Kolumnen

Jeder Verlust ist ein Gewinn

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Möglicherweise haben Sie schon einmal von folgender Übung für angehende Daytrader gelesen oder gehört:

Gehen Sie zur Bank und holen dort 10.000 Euro in kleinen Scheinen ab. Zurück auf der Straße, werfen Sie nun einen Schein nach dem anderen über Ihre Schulter. Schauen Sie nicht zurück! Wenn Sie es schaffen, das komplette Geld wegzuwerfen, ohne dass Sie sich ärgern oder die Aktion bereuen, dann sind Sie fit fürs Trading.

Ich halte diese Methode zwar für sehr unausgefeilt und eher kontraproduktiv, was das fürs Trading zur Verfügung stehende Startkapital angeht – aber dieses wohl nicht ganz ernst gemeinte Daytrader-Training macht einen Kernpunkt besonders deutlich: das Verlieren.

Niemand kommt beim Daytrading um Verluste herum. NIEMAND!!! Bilden Sie sich nicht ein, es könnte bei Ihnen anders sein. Machen Sie sich rechtzeitig mit dem Thema Verlieren vertraut. Nicht weil es so schön ist, sondern weil Sie lernen müssen, mit Verlusten umzugehen.

Was tun kleine Kinder, wenn sie beim Brettspiel verlieren? Diejenigen, die gerade erst beginnen zu spielen, werden vermutlich schmollen oder auch die Püppchen durcheinanderwerfen oder vom Tisch aufstehen und weinend wegrennen. Dieselben Verhaltensweisen können Sie auch bei Tradern beobachten, die nicht mit Verlusten umgehen können: mit dem Ergebnis, dass klitzekleine und  moderate Verluste zu Katastrophen heranwachsen. Konto platt und aus die Maus.

Aber was soll man lernen über das Verlieren? Zum einen, dass es zum Alltag des Trading dazugehört. Wenn Sie am Rouletttisch Ihr Glück wagen, können Sie auch nicht immer lichtig liegen. Zwischen dem Glücksspiel im Casino und der Wette an den Finanzmärkten gibt es allerdings einen ganz entscheidenden Unterschied: Wenn der Einsatz auf dem Spieltisch liegt, dann heißt es Hopp oder Top. Ihr Einsatz beim Daytrading ist jedoch keinesfalls so abhängig vom Schicksal. Sie haben hier selbst die Möglichkeit, das investierte Kapital auch wieder zurückzuziehen. Will heißen: Sie setzen auf Rot, sehen dann, dass Schwarz kommt und ziehen einen Teil ihrer Jetons noch schnell vom Tisch. Versuchen Sie das mal im Casino!

Gut, beim Daytrading haben Sie genau diese Möglichkeit. Aber wann ziehen Sie Ihren Einsatz zurück? Bei einem Verlust von 1 Prozent, bei einem Minus von 10 Prozent oder erst bei einem Drawdown von 50 Prozent?

Beim Aktienhandel erlauben sich konservative Trader meist von einem Verlust von 1 bis 2 Prozent (gerechnet aufs gesamte Tradingkapital). Dann greift der Stop und der Trade ist beendet. Beim Daytrading wird mit größeren Hebeln gearbeitet, und aus diesem Grund sind meiner Meinung nach bis zu 5 Prozent Verlust pro Trade gerechtfertigt. MEHR NICHT!

Warum nicht? Ganz einfach: Je höher der Verlust, desto mehr müssen Sie mit Ihren folgenden Trades wieder verdienen, um dort zu landen, wo Sie vor dem Minustrade waren. Beispiel: Ein Verlust von 50 Prozent erfordert ein Plus von 100 Prozent, um plus minus null zu stehen. Zwei Verlusttrades von 50 Prozent in Folge erfordern ein Plus von 300 Prozent. Noch Fragen?

Das Begrenzen von Verlusten gehört also zu den wichtigsten Herausforderungen eines Traders. Nein. Es ist DIE Herausforderung beim Daytrading. Sobald Sie mit Verlusten klarkommen, haben Sie beste Chancen, profitabel traden zu können.

Zur unumgänglichen Routine muss es deshalb gehören, einen Trade – und sei er nur für die gedachte Dauer von 30 Sekunden angelegt – mit einem Stop zu versehen. Also mit einer Grenze des Verlustes, an welcher die Positition glatt gestellt wird. Ohne wenn und aber. Der Stop im Kopf hilft dabei wenig. Er muss im System sein, beim Broker, bei der Handelsplattform. So lange Sie dies nicht beachten, werden Sie herbe Verluste mit gehebelten Trades einfahren. Bis zur Pleite. Schluss, Punkt, Aus!

Manche Ihrer Trades werden natürlich (theoretisch) wieder ins Plus laufen, wenn der Stop ausgelöst wurde. In Seitwärtsbewegungen ist dies keine Seltenheit. Aber wissen Sie, ob und wie lange sich der Markt in einer Seitwärtsbewegung befindet oder ob nicht gerade ein Trend begonnen/fortgeführt wird? Unterm Strich spielen aber nur die begrenzten Verluste eine Rolle. Sie helfen dabei, weiter traden zu können, weiter Gewinne zu machen. Ein einziger Trade, der ohne Begrenzung ins Minus läuft, wird das Depot ruinieren.

Mit gaaanz viel Abstand betrachtet, ist jeder Verlust ein Gewinn. An Erfahrung, an Selbstvertrauen, an soft und hard Skills des Daytrading. Selbst ein vernichtetes Konto kann sehr hilfreich sein. Es wird Ihnen irgendwann auch passieren. Einigen sogar mehrfach. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass es nicht erst bei einem sehr großen Guthaben geschieht.

Über das sinnvolle Setzen von Stops können Sie bald hier lesen.

Geschrieben von detreda

Februar 10, 2009 um 10:10 am

Veröffentlicht in Tutorial-Kolumnen

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Was man so kaufen und verkaufen kann

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Als Daytrader sind Sie vor allem – ja genau: Händler. Sie kaufen etwas und möchten es zu einem höheren Preis wieder verkaufen. Oder Sie verkaufen etwas (das Sie gar nicht haben) und möchten es zu einem niedrigeren Preis wieder kaufen.  In beiden Fällen ist die Differenz zwischen Kauf/Verkauf beziehungsweise Verkauf/Kauf Ihr Gewinn. Wenn es nach Plan läuft. Ansonsten wird es ein Verlustgeschäft.

Ist die erste Aktion ein Kauf, auf den ein Verkauf zu einem höheren Preis folgen soll, dann spricht man von “long gehen”.

Ist die erste Aktion ein Verkauf, auf den ein Rückkauf zu einem niedrigeren Kurs folgen soll, handelt es sich um “short gehen” oder “shorten”.

Aber was nun kaufen oder verkaufen? Welchen Märkten sollte man sich zuwenden? Wo lohnt es sich, höchste Konzentration und eine Menge Zeit zu investieren, bevor man auch Geld auf den Tisch legt? Huiuiui, eine der wichtigsten Fragen. Keine Frage! Hier eine Auflistung der populärsten Möglichkeiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Aktienmärkte: Dies ist der wohl bekannteste Markt. Sie können Aktien von Unternehmen kaufen (zum Beispiel von den 30 Unternehmen, die im DAX gelistet sind). Bei den meisten Anbietern von Tradingplattformen – zum Beispiel den Direktbanken – können Sie aussschließlich long gehen. Also Aktien kaufen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verkaufen.  Andere Handelsplattformen (zum Beispiel Interaktive Brokers) ermöglichen auch das Shorten von Aktien – also den Leerverkauf – mit dem Ziel, die verkauften Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu einem günstigeren Preis wieder zurückzukaufen. Bei den deutschen Direktbanken ist der Kauf von Aktien nur mit den aktuell zur Verfügung finanziellen Mitteln, also 1:1, möglich. Sind 10.000 Euro im Depot frei verfügbar, können Sie damit auch Aktien zu einem Marktwert von 10.000 Euro erwerben. Anbieter wie Interactive Brokers ermöglichen auch einen gehebelten Kauf. Bleiben wir bei dem Beispiel von frei verfügbaren 10.000 Euro, so bedeutet dies, dass dieses Geld als Sicherheitsleistung (Margin) verwendet wird, um für einen bis zu vierfach höheren Betrag Aktien zu kaufen. Sie hebeln damit Ihr Kapital um den Faktor 4. Was die Gewinnmöglichkeiten beträchtlich erhöht – leider aber auch das Verlustrisiko.

Wer auf die Kursveränderung von Aktien spekuliert, kann dies nicht nur mit dem direkten Handel der Aktie an der Börse tun, sondern auch mit Handelsprodukten (Derivaten), die von Emittenten ebensolcher Produkte herausgegeben (emittiert) werden: Optionsscheine, Optionen, Zertifikate jeglicher Couleur (K.O., Korridor, Discount usw.). Mit diesen Derivaten können Sie in den meisten Fällen long gehen (mit einem so genannten Call) und auch shorten (mit einem so genannten Put). Fast allen Derivaten auf Aktien liegen bestimmte Ecjdaten zu Grunde, die Basis für die Berechnung des Produktes sind: Laufzeit und Basispreis spielen hier die wichtigste Rolle. Diesem äußerst komplexen Thema wird ein eigener Beitrag folgen.  Wissen müssen Sie zunächst: Wer ein Zertifikat oder einen Optionsschein auf eine Aktie emittiert, verfolgt damit vor allem ein Ziel: Geld verdienen. Erwarten Sie also von diesen Produkten nicht zu viel!

Aktien-Indizes: Im Gegensatz zum Handel mit Aktien kaufen Sie beim Handel auf einen Index (zum Beispiel den DAX, den Dow Jones, den Nasdaq 100 oder den S&P 500) keine Unternehmensanteile in Form von Aktien. Wie auch. Sie sind angewiesen auf die Produkte, die verschiedene Emittenten in Form von Optionsscheinen, Optionen und Zertifikaten anbieten. Oder Sie widmen sich den von den verschiedenen Börsen zum Handel angebotenen Futures-Märkten zu: beispielsweise also dem DAX-Future (FDAX), der an der Eurex gehandelt wird; oder dem S&P-Future (Globex); oder dem Dow Jones-Future oder oder oder. Futures bieten den großen Vorteil, dass sie ein standartisiertes Handelsprodukt sind, das von einer breiten Schicht an Marktteilnehmern anerkannt ist: Banken, Vermögensverwalter und natürlich auch Daytrader. Eine weitere Möglichkeit der Wette (nichts anderes ist Daytrading!) auf die Entwicklung von Aktien-Indizes ist der CFD-Handel. CFD steht für Contracts for Difference. Dies ist ein Handelsinstrument, welches vom Charakter her dem Futures-Handel ähnelt – allerdings nicht über eine Börse gahndelt wird, sondern direkt bei der jeweiligen Trading-Plattform. Der Handel mit Futures und CFD wird im Laufe der kommenden Wochen und Monate ausführlich an dieser Stelle dargestellt. Erwähnt werden sollte, dass es weitere exotische Produkte am Markt gibt (Stichwort Click-Options etc.), welche ebenfalls den Handel auf Aktien-Indizes ermöglichen.

Rohstoffe: Der Handel mit Rohstoffen (Commodities) ist (noch mehr als der Aktienhandel) ein globales Geschäft, das Metalle, Nahrungsmittel (Getreide, Orangensaft, Speiseöl, Zucker, Kaffee), Viehzeug und natürlich Erdöl (Erdgas) umfasst. Wer hier blauäugig in den Markt einsteigt, hat ruckzuck ein paar Tankwagen mit O-Saft vor der Tür stehen! Oder wie wär´s mit ein paar Tausend gepökelten Schweinebäuchen im Keller? Scherz beiseite: Commodities werden vor allem an den dafür zuständigen Börsen gehandelt. Einer der wenigen Märkte übrigens, an denen der elektronische Handel noch nicht völlig die Oberhand bekommen hat. Open Outcry – also das gegenseitige Zurufen der Börsenhändler auf dem Parkett – spielen hier weiter eine große Rolle. Extreme Spekulationen anderer Marktteilnehmer können Sie hier komplett ruinieren – wie man vor einiger Zeit beim Weizenhandel eindrucksvoll sehen konnte, als es über Tage keine Chance gab, aus einer Shortposition herauszukommen. Öl, Soja und Co. können auch über Optionsscheine und Zertifikate gehandelt werden. Vorsicht bei Rohstoffen, die in einer anderen Währung als Euro gehandelt werden (das sind die meisten): Änderungen zwischen Euro/US-Dollar und Euro/Britisches Pfund schlagen hier voll durch.

Zinsen: Ich kaufe einen Zins! Geht nicht? Stimmt! Was Sie kaufen können, sind festverzinsliche Papiere. Zum Traden ist das definitiv nix. Aber Sie können auf die Zinsentwicklung wetten. Und zwar über – natürlich – Futures. Für Deutschland geht das mit dem BUND-Future. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Zinswetten über Optionsscheine und Zertifikate abzuschließen. Ganz ehrlich: Mit dem Zinsmarkt habe mich mangels Interesse nie eingehender beschäftigt.  Ein ausführlicherer Gastbeitrag ist allerdings ausdrücklich gewünscht. Wer kann es? Nur Mut!

Währungen: Wenn Sie am Bankschalter einen Euro in US-Dollar tauschen und den Dollar dann zurück in Euro tauschen, ärgern Sie sich über einen ziemlich herben Verlust. Die Bank verdient durch eine ziemlich große Spanne (dem Spread) zwischen An- und Verkauf ganz ordentlich. Beim Handel von Währungspaaren an der FOREX (auch FX-Handel genannt) sieht das anders aus: Hier werden die Kurse zwischen beispielsweise US-Dollar (USD) und Euro (EUR) in Pips angegeben. Das bedeutet, dass die Kurse in Hundertstel Cent angegeben werden. Für einen Euro gäbe es dann (fiktive) 1,3254 USD. Um die letzten zwei Stellen – also die Pips – geht es dem FX-Trader.

Der Währungsmarkt ist aus verschiedenen Gründen für viele Trader besonders attraktiv: Er ist besonders liquide (extrem wichtig, dazu folgt später ein eigener Beitrag) und er ist hoch zu hebeln (Faktor 50). Das kann sehr profitabel sein – aber eben auch ruinös.

Dazu ein Beispiel: Sie haben bei einem Hebel von 1:50 mit einem frei verfügbaren Kapital in Höhe von 20.000 Euro die Möglichkeit, 1.000.000 Euro zu handeln. Läuft der Trade in die richtige Richtung – prima! Mit einer nur zweiprozentigen Änderung des Basiswertes werden Sie 100 Prozent Geld verdienen. Läuft es gegen Sie – weniger schön. Mit einer nur zweiprozentigen Änderung des Basiswertes werden Sie Ihr komplettes Kapital verlieren. Glauben Sie mir: Zwei Prozent sind nicht die Welt, und in interessanten Marktphasen geht es nicht nur ein oder zwei Pips pro Minute rauf oder runter. Wenn es gegen Sie rennt, hilft auch ein schlauer Stop – Zauberwort: Slippage! Auch dazu, zu Hebel und Slippage, später mehr.

Zurück zu den Währungen: Es gibt alle möglichen Währungspaare, die an der FOREX handelbar sind. Die üblichen Verdächtigen (EUR/USD, EUR/GBP, EUR/JPY – also Yen – USD/JPY) und alle möglichen Exoten. Wer nicht direkt handeln möchte, kann Währungen ebenfalls über Futures sowie Optionsscheine und Zertifikate machen. Nur eins bitte auf jeden Fall sein lassen: Wechseln am Bankschalter!

Geschrieben von detreda

Februar 6, 2009 um 11:33 am

Start mit 1000 oder 100.000 – wieviel muss es sein?

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So so, Sie möchten also Daytrader sein. Kann ich gut verstehen. Sie wissen aber nicht so genau, was Sie nun glauben sollen? Reichen 1000 Euro zum Starten, oder doch lieber 25.000 oder die obligatorischen 100.000 Euro, mit denen fast alle Test-Accounts der verschiedenen Trading-Plattformen ausgestattet sind?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn sie aktiviert eine Menge Punkte, die jeder schonungslos offen und ehrlich analysieren sollte.

Wenn Sie erfahren sind und wissen, was Sie tun, dann nehmen Sie doch gleich 100.000 Euro in die Hand, machen damit jeden Tag 1000 Euro Plus – und genießen ab sofort ein privilegiertes Leben.

Haben Sie hingegen Erfahrung, aber keine finanziellen Mittel, dann sollten Sie sich die Frage stellen, wie es trotz intensiver Trading-Erfahrung dazu kommen konnte, dass Ihnen das nötige Kleingeld fehlt. 

Sind Sie hingegen unerfahren und haben trotzdem 100.000 Euro zur Hand, dann suchen Sie sich eine Bank, die Ihnen ein paar Euro fuffzig pro Jahr für den Betrag gibt. Oder Sie kaufen sich was Schönes, was Sie sich schon lange wünschen. Aber: Kein Newbie sollte so viel Geld in die Hand nehmen, wenn er nicht genau weiß, was er da tut, wie er es tut und vor allem: was mit dem Geld innerhalb kürzester Zeit passieren kann. (Pssst: Es ist wahrscheinlich sehr sehr schnell weg!)

Nun gut, bleibt noch diese Variante: Sie haben keine Ahnung vom Traden, haben kein Geld und möchten aber herausfinden, ob Daytrading nicht die Lösung all Ihrer Probleme sein könnte?

Allen ein herzliches Willkommen! In den kommendenen Wochen und Monaten werden Sie hier eine Menge darüber lesen können, was Daytrading ausmacht. Über Produkte, über Strategien, über Disziplin und Psyche. Ich werde keine Kauftipps geben. Aber im Blog-Bereich Profit & Loss werden Sie verfolgen können, welche Früchte mein auf zwei Jahre angelegtes Planspiel trägt, in dem es darum geht, mit einem Startkapital von 750 Euro nach 24 Monaten konsistent eine vierköpfige Familie zu ernähren.

Zurück zur Eingangsfrage: Wieviel Startgeld benötigt ein Daytrader? Ich behaupte: Je weniger, desto besser! Meine Argumentation: Nur was ich mir hart erarbeite, kann ich auch bewusst beschützen. Nur was ich bewusst verdient habe, liegt mir auch am Herzen. Verdient durch Daytrading, nicht durch andere Tatigkeiten, Erbschaften oder Lottogewinne (oder, ganz grauenhaft: geliehen!).

Vergessen Sie vor allem eines: Reich werden in zehn Tagen. Wenn Sie es schaffen, zehn Tage zu traden, ohne etwas zu verlieren, dann sind Sie für einen Einsteiger schon ziemlich gut. Sie schaffen es zehn Wochen oder sogar zehn Monate? Klasse! Sie traden zehn Jahre nicht nur plusminusnull, sondern mit guten Gewinnen? Exzellent!

Gehen wir es an! Aber gaaanz langsam und entspannt…

Geschrieben von detreda

Februar 5, 2009 um 5:20 pm

Veröffentlicht in Tutorial-Kolumnen

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Daytrading als Lebensgrundlage: ein öffentliches Experiment

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Gründen wir doch einfach mal ein Unternehmen! Ein Tätiger (der Gründer), drei Stunden Arbeitszeit pro Tag, möglichst geringes Startkapital. Die Branche: Finanzen. Das Unternehmensziel: Kapitalbildung. Zeitrahmen: Zwei Jahre.

Danach soll das Unternehmen so viel abwerfen, um eine vierköpfige Familie dann sicher zu ernähren und außerdem Rücklagen für die Altersvorsorge zu bilden. Volkstrading in der Krise sozusagen.

Dieser Blog wird ab sofort dokumentieren, auf welche Weise und mit welchem Erfolg das Ziel erreicht wird.

Herzlich willkommen, liebe Leserin, lieber Leser!

Geschrieben von detreda

Februar 5, 2009 um 10:29 am

Veröffentlicht in Allgemein

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